Zahnarzt Hamburg | Praxis Thomas Lewandowski
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Zahnpflege in der Schwangerschaft

Der Volksmund behauptet gerne, dass jede Schwangerschaft die werdende Mutter einen Zahn kostet. Dass diese Behauptung heutzutage glücklicherweise jeder Grundlage entbehrt, ist der modernen, ausgewogenen und qualitativ hochwertigen Ernährung, sowie der ernährungsphysiologischen Beratung Schwangerer durch Ärzte zu verdanken.
Nichtsdestoweniger steigt in der Zeit der Schwangerschaft das Risiko für eine Erkrankung des Zahnfleischs (Schwangerschaftsgingivitis) oder des Zahnhalteapparates (Parodontitis).

Ursachen und Risikofaktoren

Während einer Schwangerschaft sind ausgesprochen gründliche Mundhygiene und vermehrte Kontrolluntersuchungen angesagt, da durch die stattfindenden Veränderungen Zähne und Zahnfleisch stärker beansprucht werden als zuvor. Hierfür gibt es sowohl physiologische als auch habituelle Gründe.

So bewirkt die nach der Einnistung einsetzende hormonelle Umstellung, dass der Speichel einen höheren Säuregehalt aufweist, der die ganze Mundflora beeinflusst. Das Bakterienwachstum nimmt tendenziell zu, wobei vor allem schadhafte Bakterien in dieser Umgebung gedeihen, und der Zahnschmelz wird prinzipiell leichter anfällig für eben jene Bakterien. Die Schwangerschaftshormone sorgen zusammen mit der nun stärkeren Durchblutung auch für eine Auflockerung der Mundschleimhaut, so dass das Zahnfleisch leichter irritiert ist, häufig anschwillt und blutet. Während einer Schwangerschaft sind also schon allein vom physiologischen Standpunkt aus betrachtet die natürlichen „Infektionsbarrieren“ stark geschwächt. Es kann zu vermehrter Bildung von Zahnfleischtaschen und Ablagerung bakterieller Plaque kommen, die sich schlimmstenfalls von der Gingivitis zur Parodontitis entwickeln.

Hinzu kommen weitere, von Patientin zu Patientin unterschiedlich ausgeprägte Risikofaktoren. So leiden viele Schwangere im ersten Trimenon an starker Übelkeit und Brechreiz bis hin zu regelmäßigem, heftigem Erbrechen. Die ungewohnte Reizempfindlichkeit des Gaumens kann dabei zu unbewusstem Vermeidungsverhalten bei der täglichen Mundhygiene führen. Beispielsweise werden die Backenzähne nachlässiger oder kürzer geputzt, wobei Beläge nicht mehr richtig entfernt werden. Zudem haben viele Schwangere bei Zahnfleischbluten – das nun häufiger auftreten kann – Bedenken, die Zähne mit genügend Druck zu putzen, aus der Angst heraus, noch schlimmere Verletzungen zu verursachen. Auch regelmäßiges Erbrechen von säurehaltigen Speiseresten raut den Zahnschmelz auf und so entstehen schnell Anhaftungsflächen für schadhafte Bakterien.

Schließlich kann eine Schwangerschaft auch zur oftmals ungewollten Umstellung der Ernährungsgewohnheiten führen, zum Beispiel wenn die Lust auf Süßes oder Saures schier unbesiegbar wird. Auch hier lauern Gefahren für die Zahngesundheit.

Weshalb sollten schwangerschaftsbedingte Beschwerden nicht unterschätzt werden?

Zwar geben sich viele der oben beschriebenen Beschwerden nach der Geburt wieder, aber dennoch gibt es einige triftige Gründe, um bis dahin in Sachen Mundhygiene nicht untätig zu bleiben, denn andernfalls kann das Wohlergehen von Mutter und Kind erheblich beeinträchtigt werden.

Schon in den 90ern konnten Untersuchungen mit Schwangeren belegen, dass chronische Zahnfleischentzündungen (Parodontitis) und vermehrter Kariesbefall zu einem erhöhten Risiko für Früh- oder Fehlgeburten führen. Man vermutet, dass bestimmte toxische Stoffwechselprodukte der Bakterien in die Blutbahn der Mutter geraten und deren Immunsystem in der Folge Antistoffe bildet, die zwar entzündungshemmend aber auch wehenfördernd wirken. Eine Studie der University of North Carolina kommt dabei zu dem Schluss, dass Frauen mit chronischen Zahnfleischentzündungen ein siebenmal höheres Frühgeburtsrisiko haben und dass diese bei ca. 18% der Frühgeburten in den USA mitursächlich waren.

Schwangere mit chronischer Parodontitis haben auch ein siebenfach höheres Risiko ein untergewichtiges Kind zu gebären. Nun muss sich angesichts dieser Ergebnisse keine Schwangere mit schlimmen Ängsten plagen, aber es sollte doch zeigen, dass Gingivitis und Parodontitis während der Schwangerschaft keine Lappalien sind.

Was tun zur Vorbeugung und Behandlung?

Prinzipiell gilt, dass sich jede Frau mit Kinderwunsch bei bekannten Vorerkrankungen der Mundhöhle noch vor einer Schwangerschaft um eine zahnärztliche Therapie bemühen sollte. Wer gesund in die Schwangerschaft startet, wird sehr wahrscheinlich auch eine geringere Anfälligkeit für die genannten Probleme zeigen. Nichtsdestoweniger sollten auch Schwangere ohne Vorerkrankungen zu engmaschigeren Kontrolluntersuchungen bei ihrem Zahnarzt gehen. Je nach Zustand des Zahnfleischs und der Zähne werden Kontrollen im Abstand von zwei bis drei Monaten empfohlen und mitunter kann auch eine Professionelle Zahnreinigung indiziert sein.

Sprechen Sie Ihren Zahnarzt in jedem Fall auf Ihre Schwangerschaft an und er wird Ihnen gerne mit Rat und Tat beistehen. Wer sich vielleicht noch nicht allzu viele Gedanken über richtige Mundhygiene gemacht hat, weil er nie Probleme hatte, kann sich grundlegende Tipps zur Zahnpflege geben lassen. Prinzipiell sollten die Zähne zweimal täglich geputzt und die Zahnzwischenräume wenigstens einmal täglich mit Zahnseide gereinigt werden. Die Zahnbürste sollte für die Dauer der Schwangerschaft häufiger als üblich gewechselt werden, da sich auch auf dieser Bakterien besonders gut ansiedeln können.

Leidet die Schwangere in der ersten Zeit oft unter Würge- und Brechreiz, kann sie versuchen auf eine Zahnbürste mit möglichst kleinem Kopf (u.U. Kinderzahnbürste) umzusteigen. Zudem empfiehlt sich eine Zahnbürste mit weichen, abgerundeten Borsten, die das Zahnfleisch beim Putzen möglichst schont. Hilft das alles nicht gegen den Würgereiz bei der Zahnreinigung, kann man auch zeitweise auf eine Reinigung mit alkoholfreien, medizinischen Mundspüllösung (gerne mit dem Zusatz von Chlorhexidin und Fluorid) umstellen. Dies ist aber keine dauerhafte Lösung.

Kommt hinzu, dass die Schwangere sich regelmäßig übergeben muss, sollte sie vermeiden, die Zähne direkt danach zu putzen. Die Magensäure greift nämlich den Zahnschmelz an und dieser wird durch sofortiges Putzen eher geschädigt als gestärkt. Am besten ist es, den Mund nur kräftig mit lauwarmem Wasser auszuspülen und mindestens eine halbe Stunde mit dem Putzen zu warten.

Nicht zu verachten ist auch eine umfassende Ernährungsberatung, denn unsere Ernährungsgewohnheiten haben bekanntermaßen großen Einfluss auf die Zahngesundheit. Schwangeren wird beispielsweise geraten ihre Speisen „al dente“ zu verzehren, da langes und kraftvolles Kauen das Zahnfleisch ganz natürlich massiert und so eine gesunde Durchblutung fördert. Auch vitamin- und ballaststoffreiche Kost ist nicht nur gut für die Entwicklung des Ungeborenen, sondern auch förderlich für die Zahngesundheit der Mutter. Dabei spielen besonders die Vitamine A und C eine wichtige Rolle, sowie eine ausreichende Versorgung mit Natriumfluorid, Kalzium, Eisen, Jod und Folsäure. Auf stark Zuckerhaltiges sollte möglichst ganz oder wenigstens weitgehend verzichtet werden.

Beachtet frau diese grundlegenden Ratschläge zu Ernährung und Mundhygiene, kann sie gesund