Zahnarzt Hamburg | Praxis Thomas Lewandowski
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Die Spritze vor dem Bohrer

Wie entsetzlich schlimm Zahnschmerzen sein könne, haben viele schon in leidiger Erfahrung kennenlernen dürfen. Im Vergleich zum ganzen menschlichen Körper ist der einzelne Zahn verschwindend klein – dennoch kann er so große Schmerzen verursachen, dass wir schlaflose Nächte verbringen und das Gefühl bekommen, unser Kopf würde zerspringen.
Wenn es soweit ist, können Sie sicher sein, dass die Ursache dieser Schmerzen mit großer Wahrscheinlichkeit Karies ist, die sich nach und nach durch den Zahnschmelz und das Zahnbein gefressen hat, sodass das Nervengewebe des Zahnes heftig auf diesen Angriff reagiert. – Der Gang zum Zahnarzt ist dann unumgänglich, wenn der Zahn noch gerettet werden soll.
Jeder, der dies schon durchleben musste, weiß, dass das Bohren für diesen Zweck unausweichlich ist, denn die geschädigte Zahnsubstanz muss vollständig entfernt werden, bevor der Zahn weiter behandelt werden kann. Ganz unabhängig davon, ob eine Füllung reicht oder eine Wurzelkanalbehandlung mit anschließender Überkronung des Zahnes durchgeführt werden soll. Denn nur auf diese Weise kann sichergestellt werden, dass die Karies nicht an Ort und Stelle weiteren Schaden anrichtet. Streng genommen ist das Bohren also eine weitere Schädigung des Zahnes und je nach dem, wieweit die Karies bereits fortgeschritten ist, kann der Eingriff daher äußerst schmerzhaft werden, wenn beispielsweise soviel Zahnsubstanz entfernt werden muss, dass die Pulpa freiliegt.

Glücklicherweise besteht die Möglichkeit, den Eingriff unter einer örtlichen Betäubung durchführen zu lassen. Im Falle von Wurzelkanalbehandlungen oder Zahnextraktionen ist sie ohnehin unumgänglich, es sei denn, Sie legen Wert darauf, sich foltern zu lassen. Neben diesen Fällen ist eine Betäubung aber nicht in allen Fällen zwingend, sondern abhängig von Ihrer Schmerzempfindlichkeit. Ist beispielsweise nur eine kleine Füllung nötig, können Sie die Schmerzen in der Regel unproblematisch ertragen. Ebenfalls müssen Sie aber berücksichtigen, was die schmerzhafte Behandlung für Konsequenzen zeitigen kann. Womöglich beginnen Sie, sich zu verkrampfen oder bewegen sich ruckartig. Beides kann den Zahnarzt bei seiner Arbeit behindern. Ein ruhiger Patient ist schließlich sicherer zu behandeln, als ein Patient, der sich vor Schmerzen zu winden beginnt. Denn in diesem Fall besteht das Risiko, dass Ihr Arzt mit seinem Instrument abrutscht, was unter anderem Verletzungen des Zahnfleisches nach sich ziehen kann.

Haben Sie sich für eine Betäubung entschieden, injiziert Ihr Zahnarzt ein Lokalanästhetikum, etwa Lidocain. Diese Substanzen blockieren die Erregungsweiterleitung in den Nervenzellen. Das heißt, das Schmerz-Signal verschwindet nicht tatsächlich, es wird nur nicht mehr an das Gehirn weitergegeben. Die Mittel wirken äußert effizient: schon nach kurzer Zeit tritt die Betäubung ein und hält je nach Dosierung bis zu drei Stunden an. Lidocain ist gut verträglich und findet sich beispielsweise auch als Wirkstoff in Lutschtabletten bei starken Halsschmerzen oder in Salben, die zur Linderung von brennenden oder juckenden Beschwerden der Haut angewandt werden.
Nebenwirkungen sind bei der örtlichen Betäubung sehr selten, dennoch sind wie bei jedem anderen Präparat natürlich Komplikationen möglich. So reagieren einige Menschen auf Lidocain allergisch. Ebenso sind Fälle bekannt, in denen die gleichzeitige Einnahme anderer Medikamente die Wirkung des Betäubungsmittelns einschränkt oder ganz verhindert. Dies gilt übrigens auch für Nikotin, dass die Verbreitung des Wirkstoffes behindert, da es die Blutgefäße verengt. – Werden Sie also gleichzeitig mit anderen Medikamenten therapiert oder sind Raucher, sprechen Sie unbedingt Ihren Zahnarzt darauf an. Dies gilt auch für Menschen, die an einer Herz-Kreislauf-Erkrankung leiden, bei denen die Gefahr besteht, dass das Betäubungsmittel den Organismus zu sehr belastet, da es zu Unruhezuständen oder Rhythmusstörungen des Herzens kommen kann. Ihr Zahnarzt kann mit diesem Wissen beispielsweise ein anderes Betäubungsmittel wählen oder die Dosierung anpassen.
Diese Vorkehrungen reichen mitunter dennoch nicht aus, um den Erfolg der Betäubung sicherzustellen. Die Anatomie eines jeden Menschen mag in den Grundzügen identisch sein, variiert in seinen Ausprägungen aber oftmals merklich. Beispielsweise verlaufen Nervenbahnen unter Umständen besonders tief, sodass der Arzt sie schlichtweg nicht trifft. Daher ist es von großer Wichtigkeit, dass Sie als Patient ihn nötigenfalls darauf aufmerksam machen und nicht darauf hoffen, dass die Betäubung schon noch einsetzt. Ihr Arzt weiß, was in solchen Fällen getan werden muss.

Ist die Behandlung abgeschlossen, bekommen Sie von Ihrem Zahnarzt stets noch die Anweisung, bis zum Abklingen der Betäubung nichts zu Essen oder sehr heiße oder kalte Getränke zu sich zu nehmen. Dies hat einen simplen Grund: die Betäubung beeinträchtigt das Schmerzempfinden in dem Maße, dass Sie unter Umständen nicht bemerken, wenn Sie etwas zu heißes Essen oder sich gar auf die Zunge beißen; Verletzungen im Mundraum sind die Folge. Bei größeren Eingriffen müssen Sie außerdem beachten, dass die Betäubung möglicherweise Ihre Reaktionsfähigkeit einschränkt. Wenn Sie also mit dem Auto zum Zahnarzt gefahren sind, empfiehlt es sich, einen Begleitperson dabei zu haben, die Sie später nach Hause bringt.